Die Behauptung, Aktien seien Sachwerte ist Unsinn.

Warum?

Eine Aktie verbrieft wie jeder andere Geldwert einen zukünftigen Zahlungsstrom. Im Duden finden wir die Definition einer Aktie. Demnach handelt es sich bei einer Aktie um eine Urkunde, in der das Anteilsrecht am Grundkapital einer Aktiengesellschaft festgelegt und der Anspruch auf einen bestimmten Teil des Gewinns verbrieft ist.
Mit dem Kauf einer Aktie erwirbt der Käufer einen Anspruch auf einen zukünftigen unbekannten Zahlungsstrom in Form einer Dividende oder eines Kursgewinns. Ein Aktionär hat also das Anrecht auf den Teil des Unternehmensgewinns, der als Dividende ausgeschüttet wird und darüber hinaus auch auf mögliche Kursgewinne. Letztere entstehen nur, wenn es dem Management der Aktiengesellschaft gelingt, die Ertragskraft des Unternehmens zu steigern. Der Wert des Unternehmens ergibt sich aus dem von ihm erzeugten zukünftigen Zahlungsstrom, der jedoch mit einem Risikoaufschlag abgeizest werden muss. Nun sind jedoch die zukünftigen Zahlungsströme weder bekannt noch sicher. Daher muss man als Investor mit Schätzungen, Erfahrungswerten und dem gesunden Menschenverstand arbeiten.

Demgegenüber ist der mögliche Sachwertanteil einer Aktie, der sich aus dem Zerschlagungswert des Unternehmens ergibt, verschwindend gering. Deshalb bleibt in der Regel bei Unternehmenspleiten für den Aktionär nicht übrig, während die Gläubiger des Unternehmens wenigstens einen kleinen Teil ihres Geldes zurückbekommen.